ein ausblick


soundwalk

beim abendspaziergang hoerte ich mir die aufnahme vom mittagsspaziergang an. ungefaehr am gleichen ort, an dem ich zuvor die aufnahme begonnen hatte, startete ich die wiedergabe. da ich den selben weg waehlte, gab es interessante uebersprechungsmomente aus der vergangenheit. manches war anders – es regnete nicht mehr und war inzwischen dunkel geworden – und doch gab es einige ueberschneidungen zwischen der vergangenen beschreibung der umgebung und dem, was ich zum zeitpunkt des anhoerens wahrnahm. als ich an dem saunaclub 'oceans' vorbeikam, er links an mir vorueberzog, wurde genau diese tatsache in der aufnahme kommentiert. das war ein interessanter moment und erinnerte mich an das genre 'soundwalk' bzw. die moeglichkeit, methoden in dieser art fuer meine arbeit zu nutzen.

wie es gewesen ist

an welchem punkt entsteht eine teilung, ein schnitt, eine unterbrechung? zwischen was genau muss man unterscheiden, wenn aus einer einheit eine zwei oder mehrheit bzw. vielheit geworden ist? die unueberwindbarkeit der luecke zwischen zwei zustaenden ist eine frage der dimension und perspektive bzw. der skalierung - zeitlich, sowie raeumlich. so ist beispielsweise alles, was in unserer visuellen und haptischen wahrnehmung als feste einheit erscheint, von (ganz) nahem betrachtet ein loechriger haufen einzelner molekuele. noch genauer hingesehen, erkennt man einzelne atome und sich darum bewegende teile. in immer kleineren dimensionen kann die genaue position der teilchen zu einem genauen zeitpunkt nicht mehr festgestellt werden. hier sind wir abhaengig von instrumenten und apparaten, die uns erlauben, mit anderen masstaeben zu arbeiten. mit bruechen oder schnitten in der zeit verhaelt es sich aehnlich. der moment eines umbruchs laesst sich - wenn ueberhaupt - nur aus der zukunft heraus bzw. in der vergangenheit feststellen. auch dazu - wenn auch nicht unbedingt notwendig - sind technische medien hilfreich, wie zum beispiel eine ton- / videoaufzeichnung. in wieweit diese (re)konstruktionen eindeutig kausalitaeten oder uebergaenge feststellen koennen und an welcher stelle genau wiederum das erkennen eines kausalen zusammenhangs einsetzt (und wie die verschiedenen ebenen interagieren) wird zu klaeren sein. musikalisch kann die uebergangssituation so ausgedrueckt werden: in welchem moment wird aus einem rhythmus eine tonhoehe? im visuellen findet sich der moment z.b. bei neckers konvex/ konkavbildern. bei der betrachtung gibt es einen moment in dem die perspektive von unten nach oben (oder andersherum) kippt. es ist scheinbar nicht moelich, diesen moment im gleichgewicht zu halten. was hat es mit diesen seltsamen uebergaengen auf sich?

synthese

die uebergaenge interessieren mich nach wie vor. vielleicht kann ich es in diesem moment zulassen, meine aufmerksamkeit auf das denken zu lenken. uebergaenge zwischen sprache und denken, denken und sprechen, sprache und denken und und und und